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Come to where the knowledge is! Deutsche Gemmologische Gesellschaft eV (German Gemmological Association)

Auf der Internationalen „Mineral & Gem“ 2015 in Sainte-Marie-aux-Mines wurden Opale aus Mexiko angeboten, die ungewöhnliche Farbeigenschaften zeigen: im diffusen Kunstlicht sind die Steine kräftig gelb, im Sonnenlicht leuchtend gelblich-grün (Abb. 1).

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Abb. 1:Hyalith-Opal aus Mexiko, links im diffusen Kunstlicht, rechts im diffusen Sonnenlicht.

Gewicht des facettiert geschliffenen Steins: 1,25 Karat.

 

Dieses Phänomen wurde bereits 1985 von Crowningshield bei einer Probe aus Mexiko erwähnt. Bei der Untersuchung des 2,30 Karat schweren, leicht trüben Steins wurde eine starke grüne Fluoreszenz sowie eine deutlich traubige (botryoidal) Textur festgestellt. Zudem wurde leicht erhöhte Radioaktivität nachgewiesen. Als Ursache hierfür wurden Spuren von Uran vermutet.

Auffällige botryoidale Strukturen wurden 1989 von Hänni ebenfalls bei kieselgelreichen Phasen aus Mexiko beobachtet. Aufgrund der chemischen Zusammensetzung wurde das Material als natürliches irisierendes Glas beschrieben.

Von dem in Sainte-Marie-aux-Mines 2015 angebotenen Material konnten ein Rohstück mit Gewicht und Abmessungen von 5,65 ct und 14,67 x 10,99 x 9,39 mm und ein 1,25 ct schwerer, 8,40 x 8,37 x 4,91 mm großer, facettiert geschliffener Stein untersucht werden (Abb. 1). Das Rohstück zeigt deutliche botryoidale Textur, die auch im facettierten Stein mikroskopisch erkennbar ist (Abb. 2).

 

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Abb. 2: Botryoidale Textur und Mineraleinschlüsse im facettiert geschliffenen Hyalith-Opal

(40fache Vergrößerung).

 

Lichtbrechung und Dichte wurden mit n = 1,46, D = 2,16 g/cm3 bestimmt und liegen somit im für Opal erwarteten Bereich.

Sowohl unter langwelligem als auch kurzwelligem UV konnte eine kräftige gelblich-grüne Fluoreszenz beobachtet werden, wobei diese im Kurzwelligen deutlich stärker ist (Abb. 3).

 

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Abb. 3:Fluoreszenz
unter kurzwelligem UV. Gewicht des facettiert geschliffenen Steins: 1,25 ct.

 

Eine qualitative chemische Analyse mittels der Röntgenfluoreszenz (EDAX) bestimmte Silizium als Hauptelement. Außerdem konnten geringe Mengen Uran nachgewiesen werden. Dieses ist für eine leicht erhöhte Radioaktivität verantwortlich, die ca. 1,15 µSv/h bei dem Rohstück beträgt.

Die im Vorangehenden beschriebenen Charakteristika entsprechen den Daten, die von Fritsch et al. (2015) für grün-lumineszierende Hyalith-Opale aus Zacatecas, Mexiko aktuell und detailliert beschrieben wurden.

In ihrer Veröffentlichung beschreiben diese Autoren den Unterschied zwischen mikrokristallinem und amorphem Opal. Bei den amorphen Exemplaren fehlt der geordnete Aufbau aus SiO2-Kügelchen, weshalb auch kein typisches Farbenspiel zu beobachten ist, wie es beispielsweise Opale aus Australien oder Äthiopien zeigen. Solche Exemplare werden auch als Hyalith-Opale bezeichnet.

Die besonderen Farbeigenschaften des Hyalith-Opals aus Mexiko können zusammenfassend wie folgt beschrieben werden: die leuchtend grüne Farbe im Sonnenlicht ist auf die grüne Fluoreszenz zurückzuführen, die durch den natürlich UV-Anteil erzeugt wird. Als Ursache für dieses Phänomen wird von Fritsch et al. (2015) ein Zusammenspiel mehrerer Faktoren, speziell Urangehalt, Abwesenheit von fluoreszenzhemmendem dreiwertigem Eisen und ausreichende Transparenz beschrieben.

 

Literatur

CROWNINGSHIELD, R. (1985): Yellow - Green Opal.- J. Gemm. 21, 2, 110-111.

FRITSCH, E., MEGAW, P. K. M., SPANO, T. L., CHAUVIRÉ, B., RONDEAU, B., GRAY, M., HAINSCHWANG, T. & RENFRO, N. (2015): Green-Luminescing Hyalite Opal from Zacatecas, Mexico.- J. Gemm. 34, 6, 490-508.

HÄNNI, H.A. (1989): Irisierendes natürliches Glas aus Mexiko.- Z. Dt. Gemmol. Ges. 38, 2/3, 51–62.

 

 

T. Stephan, U. Henn und M. Wild (Firma Werner Wild oHG Idar-Oberstein)

 

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