Deutsche Gemmologische Gesellschaft

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CIBJO Kongress in Bangkok, Thailand

In Thailands Hauptstadt Bangkok fand vom 5. – 7. November 2017 der diesjährige CIBJO-Kongress statt, der vom thailändischen Ministerpräsidenten Prayut Chan-o-cha und dem Präsidenten der CIBJO, Dr. Gaetano Cavalieri, eröffnet wurde.

 

wat arun tempel

 Wat Arun (Tempel der Morgenröte), Bangkok, Thailand.

 

CIBJO, auch als „World Jewellery Confederation“ bekannt, ist die älteste und gleichzeitig bedeutendste Organisation der Edelstein-, Diamant- und Schmuckbranche, die auf globaler Ebene unter Einbeziehung aller Handelsstufen (von der Mine bis zum Endverbraucher) Standards zur korrekten Bezeichnung und Kennzeichnung von Edelsteinen und Edelmetallen zum Schutz der Branche und des Verbrauchers erarbeitet. Als einzige Organisation der Branche hat sie offiziellen konsultativen Status bei ECOSOC (Economic and Social Council) der Vereinten Nationen in New York.

Die Mitglieder von CIBJO (abgeleitet vom ursprünglichen Namen Confédération International de la Bijouterie, Joaillerie, Orfèvrerie des Diamants, Perles et Pierres) sind nationale Branchenverbände aus mehr als 40 Ländern sowie internationale Branchenorganisationen wie z.B. ICA (International Colored Gemstone Association, New York) und WDC (World Diamond Council, New York) und global agierende Firmen wie De Beers, Gemfields und die Tanzanite Foundation.

Dr. Thomas Lind, Vorstandsmitglied des Bundesverbandes der Edelstein- und Diamantindustrie, sowie Dr. Claudio Milisenda vom Deutschen Edelsteintestinstitut Idar-Oberstein nahmen an der Konferenz als Mitglieder der deutschen Delegation der Vereinigung der Bundesverbände des deutschen Schmuck- und Silberwarengewerbes teil, die von der Präsidentin der Vereinigung, Karina Ratzlaff, angeführt wurde.

 

cibjo delegation

Delegation Vereinigung der Bundesverbände des deutschen Schmuck- und Silberwarengewerbes:

Dr. Claudio Milisenda, Dr. Gaetano Cavalieri (CIBJO Präsident), Karina Ratzlaff, Dr. Thomas Lind.

 

Dr. Lind ist zudem Präsident der Deutschen Gemmologischen Gesellschaft und arbeitet seit vielen Jahren auf internationaler Ebene an der Weiterentwicklung von klaren, international gültigen Regeln zur korrekten Bezeichnung von Edelsteinen, zur eindeutigen Kennzeichnung synthetischer Steine sowie der Offenlegung der verschiedenen Behandlungsarten von Edelsteinen mit, und ist auf dem diesjährigen Kongress in Bangkok als Vizepräsident des Sectors A der CIBJO bestätigt worden.

„Im Sector A von CIBJO werden schwerpunktmäßig die sogenannten „Blue Books“ (Gemstone Book, Diamond Book, Pearl Book, Coral Book) erarbeitet und weiterentwickelt, die international als Referenzstandard der Edelsteinnomenklatur dienen, und die z.B. auch von der ICA als bindende Standards anerkannt werden“, wie Dr. Lind erläutert.

Auf dem diesjährigen Kongress wurde auch der Harmonisierungsprozess innerhalb der Diamantindustrie formal zum Abschluss gebracht: In einer gemeinsamen Erklärung haben CIBJO, IDMA (die führende internationale Diamantschleifervereinigung) und WFDB (Weltverband der Diamantbörsen) das CIBJO Diamond Book als gemeinsame offizielle Referenz für die Nomenklatur in der gesamten Diamantindustrie anerkannt.

WFDB Präsident Ernie Blom, der an den Beratungen in Bangkok teilnahm, und CIBJO Präsident Dr. Gaetano Cavalieri begrüßten diese Einigung auf einen universell anwendbaren Standard als wichtigen weiteren Schritt zur Stärkung des Verbrauchervertrauens in die Integrität des Diamanten.

In Deutschland werden die Regeln der CIBJO vor den Gerichten als geltende Normen für die richtige Benennung von Edelsteinen und die Offenlegungspflichten von Behandlungen herangezogen.

In einigen EU-Staaten gelten z.T. nationale Gesetze (z.B. in Frankreich und Italien), die aber im Wesentlichen den von CIBJO erarbeiteten und niedergeschriebenen Regeln folgen.

Dr. Claudio Milisenda, Leiter des Deutschen Edelsteintestinstitutes Idar-Oberstein sowie der Deutschen Stiftung Edelsteinforschung (DSEF), wurde als Vizepräsident der Laborkommission der CIBJO wiedergewählt, die für die Erarbeitung bzw. Harmonisierung internationaler Edelsteinlaborstandards zuständig ist, die im „Gemmological Laboratories Book“ niedergelegt werden.

Weitere wichtige Themen des Kongresses betrafen die sogenannte „Supply Chain Integrity“ (Stichworte: Konfliktdiamanten, Konfliktmineralien), sowie Prozesse der „Corporate Social Responsibility (CSR)“ (Stichworte: Kinderarbeit, Umweltstandards, Geldwäsche).

Die Präsidentin der Vereinigung der Bundesverbände, Karina Ratzlaff, wurde erneut in das Board of Directors der CIBJO gewählt.

Einen wesentlichen Anteil an der hervorragenden Organisation der Konferenz hatte Prof. Dr. Pornsawat Wathanakul, emeritierte Direktorin des Gemmological Institute of Thailand (GIT), die in Aachen studiert und ihre gemmologische Ausbildung in Idar-Oberstein bei der Deutschen Gemmologischen Gesellschaft (DGemG) erhalten hat.